Monatsarchiv: März 2011

Des Höflings Antwort

Das ist eine Übersetzung vn PZ Myers “Courtier’s Reply” Ich habe die jetzt erst einmal hier herein gesetzt, damit andere sie durchsehen können. Es kann aber gut sein, dass sie hier wieder gelöscht wird, um an einer anderen Stelle gepostet zu werden.

Die Antwort des Höflings ist eine satirische Erwiderung auf Stimmen, die Atheisten vorwerfen, in ihr Argumentation gegen die Existenz von Göttern die Schönheit, oft sehr arkaner, theologischer Argumente zu ignorieren. Sie spielt hierbei auf das Märchen “Des Kaisers neue Kleider” an.

Verschoben, siehe unten stehenden Link

Update:
Ich habe die Übersetzung nun in die Pharyngula-Wiki eingestellt:

http://pharyngula.wikia.com/wiki/The_Courtier%27s_Reply,_translations

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Ich war poetisch :D

Da ich die Tage wenig Zeit habe, ist hier eine Antwort, die ich jemanden gab, der mir sagte, dass Evolution falsch sei, würde dadurch bewiesen, dass die Schöpfung für jeden sichtbar wäre. Man müsse sich nur mal umschauen.

Ich sehe wie die Jahreszeiten vergehen. Ich seh’ wie Kinder geboren werden und zu Erwachsenen werden. Ich seh’ auch wie Erwachsene zu Greisen werden und schließlich sterben. Ich sehe wie Pflanzen wachsen und vergehen. Ich sehe wie neue Gebäude gebaut werden und alte abgerissen werden. Ich sehe wie aus Fremden Freunde werden und wie Freunde sich entzweihen.
Kurz gesagt, ich sehe Veränderung.

Ich sehe aber nicht, dass es immer Sommer ist. Oder, dass Erwachsene schon spontan als Erwachsene entstehen und nie altern. Ich sehe nicht, dass ein Baum plötzlich irgendwo steht und, dass dieser nie Wächst oder seine Blätter verliert. Kurz gesagt, ich sehe nicht, dass plötzlich irgendetwas da und es sich dann nie ändert.

Ich bin da die Tage nochmal drüber gestolpert und mir gefällt die Antwort immer noch sehr gut.

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Interessantes Video: Evolution – ein blinder Uhrmacher

Viele von Euch werden dieses Video bestimmt schon gesehen haben. Es bezieht sich auf die Uhrmacher-Analogie von William Paley.

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“Here comes science” -eine Musikvorstellung

Letztens habe ich durch Zufall mitbekommen, dass die Band “They Might Be Giants” ein Album heraus gebracht haben, welches “Here comes science” betitelt ist.

Neugierig wie ich bin, habe ich deren homepage mir angesehen und bin so auf deren youtube-Kanal gestoßen, wo sie einige der Lieder dieses Albums mit zugehörigen Video zeigen.
Die Leider sind zwar sicherlich für jüngeres Publikum gedacht, jedoch haben sie mir so gut gefallen, dass ich hier zwei Videos zeigen möchte.

Da erste ist, passend zum blog, “my brother the ape”:

Das zweite ist, passend zum Wetter, das schön rockige “Why does the sun shine?”

Schade, dass es sowas nicht auf Deutsch gibt. Es ließe sich sicherlich gut im naturwissenschaftlichen Unterricht in den Schulen einsetzen.

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Der “shill gambit”

In diesem Artikel möchte ich mal etwas vom Thema des blogs abweichen.
Grund dafür ist, dass ich in letzter Zeit in Diskussionen wieder öfter gelesen habe, wie aus einigen Kreisen den Mitdiskutanten, welche eine andere Position vertraten, vorgeworfen wurde auf der Gehaltsliste einer mächtigen Lobby zu stehen und für diese zu lügen.
Der blogger ORAC hat das schon vor 5 Jahren in seinem exzellenten blog behandelt und, da dieses oft im Zusammenhang mit der Pharmaindustrie geschieht, dieser Vorgehensweise den Namen “pharma shill gambit” gegeben.
Leider konnte ich keinen deutschsprachigen Artikel darüber finden, den ich bequem hätte linken können. Deshalb habe ich mich entschieden selber kurz auf den “shill gambit” einzugehen.

Ein Beispiel für dafür ist z.B.folgende Antwort, die ich auf meine Warnung davor Rohrreiniger zu trinken bekam:

Hier sind eindeutig einige, die der Pharmaindustrie zugehörig sind. Es ist sogar bekannt, dass die Pharmaindutrie das gesamte Internet nach Negativberichten durchforsten läßt und entsprechende “Scheinuser” dagegen einsetzt. usw. usw.

Quelle

Ähnlich wie bei der reductio-ad-Hitlerum wird hier versucht eine Auseinandersetzung auf argumentativer Ebene zu vermeiden und dafür den Mitdiskutanten zu diskreditieren. Anstatt dies, wie bei der reductio-ad-Hitlerum zu tun, indem man den Mitdiskutanten in die Nähe einer unmoralischen Ideologie stellt, wird bei dem “shill gambit” der Mitdiskutant diskreditiert indem ihm ohne weitere Belege vorgeworfen wird aus finanziellen Interessen heraus zu lügen.

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Hoyles Fehlschluss

Oder von der Unmöglichkeit das Wort “Gardinenstange” beim Galgenmännchen zu erraten – Teil 2

Vor gar nicht all zu langer Zeit lebte in einem nicht all zu entfernten Königreich ein weiser Astronom, den alle Welt Fred Hoyle nannte.
Da dieser Rittersmann nicht glauben konnte, dass das Leben auf dieser Erde entstanden sein konnte, machte er das, was Astronomen gut beherrschen – er rechnete. Er nahm dafür an, dass ein kurzes Protein, wie man es heutzutage findet etwa 300 Aminosäuren lang ist und berechnete dann die Wahrscheinlichkeit dafür, dass aus einer Lösung aller möglichen Aminosäuren eine gewisse Anzahl (oft wird da 400 genannt) dieser kurzen Proteine spontan entsteht. Dabei kam er auf eine Wahrscheinlichkeit von 1.10-40.000. Es ist leicht einzusehen, dass das selbst bei einem etwa 15 Milliarden Jahre alten Universum die spontane Entstehung von Leben so gut wie unmöglich macht.
Als die dunkle Bruderschaft der Kreationisten dieses vernahm war die Freude groß, denn nun hatten sie ein handfestes mathematisches Argument, welches, ihrer Meinung nach, die Evolution widerlegte und dieses Argument kam sogar von einem echten Wissenschaftler.

Da der dieser Artikel die Überschrift “Hoyles Fehlschluss” trägt, ist es naheliegend, dass Hoyle auch einen Fehler bei seiner Überlegung gemacht hatte. Aber was ist denn nun dieser Fehler?
Nunja, streng genommen sind es mehrere Fehler:

Das erste Problem ist das, was an anthropisches Prinzip nennt. Kurz gesagt bedeutet das, dass wenn wir nicht hier wären, wir uns auch keine Gedanken über unsere Existenz machen könnten. Wenn die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Leben wirklich so gering wäre wie Hoyle das errechnete (und das ist zweifelhaft), dann hätten wir vielleicht einfach unglaubliches Glück gehabt, während in unzähligen Milliarden anderer Universen vielleicht kein Leben entstanden ist und sich folglich auch niemand darüber Gedanken machen könnte.

Ein weiteres Problem ist, dass Hoyle von einem modernen Organismus mit modernen Proteinen ausgeht. Gut, er nimmt einen der einfachsten (zu mindestens, wenn es um die Größe der Proteonoms geht) Organismem (nämlich Mycobacterium genetalium) und die kürzesten modernen Proteine an, aber er nimmt dennoch moderne Proteine und einen modernen Organismus an. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die ersten Organismen noch einfacher waren, also weniger und kürzere Proteine besaßen.

Der nächste Fehler in der Überlegung ist, dass Hoyle annahm, dass es für ein beliebiges Protein nur eine einzige Abfolge von Aminosäuren gäbe, welche dem Protein die benötigte Funktion geben würde. Es ist jedoch so, das nur an sehr wenigen Stellen eines Proteins wirklich eine bestimmte Aminosäure stehen muss, damit das Protein Funktion hat. An den meisten Stellen genügt es, wenn die Aminosäure eine bestimmte Eigenschaft aufweist, wie z.B. eine bestimmte Ladung oder eine bestimmte räumliche Struktur (eine bestimmte Sterik). An manchen Stellen ist es sogar völlig egal, welche Aminosäure dort steht.

Der meiner Meinung nach aber schwerwiegendste Fehler, den Hoyle machte war aber, dass er die Wahrscheinlichkeit errechnete, mit der diese Proteine spontan und zufällig aus einer Lösung aller Aminosäuren entstehen. Das behauptet jedoch auch niemand.Viel mehr nimmt man an, dass das erste Leben schrittweise entwickelt hat. Selbstorganisation ist in der Natur beobachtbar (z.B. bei Mizellen), ebenso wie Replikation einiger Eigenschaften (z.B. bei einigen Tonerden). Es ist also naheliegend, dass ein Prozess, der in einigen Aspekten der biologischen Evolution ähnlich ist, schrittweise zu den ersten Zellen geführt hat.

Das bringt uns zu dem “Gardinenstange”-beim-Galgenmännchen-erraten Beispiel, welches ich in meinem vorletzten Artikel gemacht habe. Niemand würde, wenn er Galgenmännchen spielt wahllos irgendwelche Buchstabenkombinationen nennen.

Vielmehr rät behält man die Buchstaben, welche richtig erraten wurden und rät nur mit den noch nicht erratenen Buchstaben weiter. Man nährt sich also schrittweise dem richtigen Wort an, anstatt wild ganze Buchstabenkombinationen der gewünschten Länge in den Raum zu werfen.

Ein weiterer Fehler kommt dann oft von Kreationistenseite, indem Evolution, also die Veränderung der Arten, und die Entstehung des Lebens, also die Abiogenese, in einen Topf geworfen werden. Hoyles Fehlschluss ist ein fehlerhaftes Argument gegen die Abiogenese, jedoch keines gegen Evolution. Diesen Fehler hat aber, meines Wissens nach, Hoyle selber nie gemacht.

P.S. das oft gehörte Argument “Wenn ein Tornado durch einen Schrottplatz weht wird nie eine Boing 747 entstehen” ist eine Variation von Hoyles Fehlschluss.

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„Ich binne nicht tot“

Heute ist es genau drei Monate her, dass ich meinen letzten Artikel geschrieben habe.

Leider habe ich durch eine unglückliche Kombination von Klausuren und einer Serie leichter gesundheitlicher Probleme keine Zeit gefunden, dieses blog weiter zu führen.
Da ich aber nun hoffentlich über den Damm bin, werde ich mich nun sputen neue Artikel zu schreiben.

Ganz ehrlich & versprochen ;)

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