Kreationisten fragen – Äffchen antworten: Evolution des Auges

Es ist recht schwer auf einen dritten Einwand zu antworten… Wie konnte es möglich sein, dass ein so kompliziertes Organ plötzlich entstehen konnte, selbst wenn es Vorteile mit sich brachte? Wie konnten beispielsweise in den Wirbeltieren die Linse, Netzhaut, die optischen Nerven und all die anderen Teile, die eine Rolle im Sehen spielen, plötzlich entstehen? Natürliche Selektion kann nicht zwischen den visuellen Nerven und der Netzhaut unterscheiden. Durch die Abwesenheit der Netzhaut würde die Anwesenheit der Linse keinen Vorteil bieten. Die gleichzeitige Entwicklung aller Strukturen für das Sehen ist unvermeidlich. Da Teile, die sich isoliert entwickeln, vollends nutzlos sind, werden sie beide bedeutungslos sein und auch möglicherweise über die Zeit verschwinden. Zugleich erfordert ihre gleichzeitige Heranbildung das Eintreffen von unvorstellbar geringen Wahrscheinlichkeiten

Die Evolution des Auges ist jedoch sehr gut verstanden.

Anfangs waren wahrscheinlich einfach einige lichtempfindliche Nervenzellen. Diese formten bald flache Augenflecken – sogenannte Flachaugen. Diese Flachaugen können zwar noch kein Bild erzeugen, haben aber den Vorteil, dass die entsprechenden Organismen erkennen können, ob die gerade herrschenden Lichtbedingungen günstig für sie sind. Sind sie das nicht, so können sie den Ort wechseln. Diese Augenflecken können wir zB. noch bei einigen Quallen beobachten.

Liegt nun eine Mutation vor, die diese Flachaugen leicht absenkt, so entsteht ein Pigmentbecher- oder Grubenauge. Diese unterscheiden sich darin, wie die lichtempfindlichen Zellen ausgerichtet sind. Beim Pigmentbecherauge sind sie, wie auch bei uns, nach innen gerichtet, beim Grubenauge nach aussen. Dieses erlaubt den Organismen, die ein solches besitzen, die ungefähre Richtung des Lichtes zu bestimmen. Dadurch erhalten sie den Vorteil gezielter günstige Lichtbedingungen aufzusuchen als Lebewesen, die nur ein Flachauge besitzen. Wir können diese Pigmentbecheraugen noch bei Strudelwürmern sehen:

Abbildung 1: Dugesia subtentaculata. Von Eduard Solà unter CC-BY-SA-3.0

Es ist Leicht zu erkennen, dass, wenn ein Napfauge in einer immer tieferen Grube mit einer immer kleineren Öffnung zum Lichteinfall liegt, die Lichtstrahlen auch immer gerichteter auf die lichtempfindlichen Zellen fallen. Es entsteht dabei eine einfache Lochkamera, die bereits die Wahrnehmung von Schemen zulässt. Solche Lochkameraaugen findet man noch bei zB. den Perlbooten:

Abbildung 2: Nautilus in Berliner Zoo. Abbildung gemeinfrei.

Da ein solches Lochkameraauge natürlich ein idealer Lebensraum für Parasiten ist, bring eine dünne Haut über dem Auge einen Vorteil gegenüber Artgenossen, die eine solche Haut nicht besitzen. Die Hornhaut des Auges entsteht.
Diese erlaubt es erstmalig auch, das sich der Innenraum des Auges mit Flüssigkeit füllt. Dadurch können die einfallenden Lichtstrahlen besser gebündelt werden und das Auge ist in der Lage wiederum ein schärferes Bild wahrzunehmen.

„Fängt“ sich nun etwas dieser Flüssigkeit zwischen zwei Schichten dieser dünnen Haut, so erhalten wir eine primitive Linse. Wiederum verbessert sich die Sehschärfe des Auges. Einige Seeschnecken besitzen heutzutage noch solche Augen. Der Rest, wie zB. Augenlider, Tränendrüsen und Muskeln zum Fokussieren der Linse kann dann problemlos und Schritt für Schritt hinzu kommen und gibt wiederum für jeden einzelnen Schritt einen Überlebensvorteil.

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