Archiv der Kategorie: Kreationismus

Kreationisten mit den eigenen Waffen schlagen: Baraminologische Methoden bestätigen Vögel als Unterklade der Dinosaurier

Wenn man sich kritisch mit den “Schöpfungswissenschaften” beschäftigt, so ist es sicherlich eine gute Idee, dessen Ideen auch mithilfe ihrer eigenen Methoden zu untersuchen und so auf ihre innere Konsistenz zu überprüfen. Eine solche Idee, die es wert ist so getestet zu werden, ist das Grundtypenmodell. Wie man an Abbildung 1 des gelinkten Artikels schon erahnen kann, sind nach diesem Modell Vögel und Dinosaurier zwei verschiedene Grundtypen, oder Baramin (in der Tat unterteilen Kreationisten die Dinosaurier selber sogar in bis zu 50 verschiedene Grundtypen). In der konventionellen Biologie sind Vögel jedoch eine Unterklade der Theropoden und damit der Dinosaurier. Die Baramin werden prinzipiell als ein Artenkomplex definiert, dessen Arten sich direkt oder indirekt miteinander Kreuzen lassen.

Es ist leicht zu erkennen, dass diese Definition bei ausgestorbenen Arten (aber nicht nur dort) nicht anzuwenden ist. Hier behelfen sich Baraminologen (also die, die versuchen diese Baramin zu identifizieren) damit morphologische Lücken zu finden. Konkret heißt das, dass ein Set von morphologischen Merkmalen genommen und geschaut wird, ob und wie stark sich verschiedene Arten über diese Merkmale ähneln. Findet man eine genügend große Ähnlichkeit für zwei oder mehrere Arten, so sind diese Arten Mitglieder des gleichen Grundtyps. Dieses wird mit Hilfe von extra dafür geschriebenen Programmen automatisiert.

Phil Senter von der Fayetteville State University hatte nun die Idee mittels eines solchen Programms die Klade Coelurosauria zu untersuchen. Zu dieser Klade werden in der Biologie die Vögel als Unterklade Aves gezählt. Weitere interessante Unterkladen der Coelurosauria sind die sehr vogelähnlichen Deinonychosauria als Schwestergruppe der Vögel, die basalen Tyrannosauridae, zu denen der bekannte Tyrannosaurus rex gehört und die für mich sehr beindruckenden Oviraptorosauria (Abbildung 1).

Abbildung 1: El Pollo diablo. Gigantoraptor erlianensis ist ein Mitglied der Oviraptorosauria (Lebendrekonstruktion von Nobu Tamuraunter CC BY-SA 3.0).

Dafür wählte er für fünf verschiedene Zeitpunkte: 1920, 1980, 1990, 2000 und 2009. Für diese Zeitpunkte nahm er alle Coelurosauria Spezies, für die zu der Zeit mindestens ein fast vollständig erhaltenes Fossil in der Literatur beschrieben war und verglich diese mittels eines der oben erwähnten Programme und anhand von 364 morphologischen Merkmalen untereinander. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass etwa die Hälfte der bekannten Coelurosauriaspezies nach dem Jahr 1990 entdeckt wurden. Darunter die sehr vögelähnlichen Dromaeosauriden (Abbildung 2), eine Untergruppe der erwähnten Deinonychosaurier.

Abbildung 2: Lebendrekonstruktion des 2003 entdeckten Microraptor zhaoianus, eines Dromaeosauridae (Matt Martyniuk unter CC BY 3.0),

Wenig überraschend fand Senter dann in seinem 2010 veröffentlichten Artikel, dass zwischen den 1920 bekannten Coelurosauriern große morphologische Lücken klafften. Diese wurden in der Folgezeit durch neu gefundene Fossilien ergänzt, so dass im Jahr 1990 schon einige Kladen, wie die Oviraptorosaurier und Dromaeosauriden zu erkennen sind. Archaeopteryx ähnelt jedoch noch keinen anderen bekannten Coelurosauriern sonderlich. Das ändert sich aber, wenn man die bis zum Jahr 2000 entdeckten Arten dazu nimmt. Neu entdeckte Dromaeosauriden, wie Microraptor zhaoianus, schließen nun die Lücke zu Archaeopteryx und den (anderen) frühen Vögeln. Außerdem verkleinert sich die Lücke zwischen diesen Vögeln und vögelähnlichen Dinosauriern und der Gruppe, zu der auch Tyrannosaurus rex gehört so sehr, dass auch nach baraminologischen Gesichtspunkten all diese Spezies als eine Gruppe anerkannt werden müssen. Nur die Oviraptoren und zwei andere Gruppen waren noch durch größere morphologische Lücken von dem Hauptteil der Coelurosaurier getrennt.

In einem Folgeartikel aus dem Jahr 2011 erhöht Senter die Merkmale, die er für die Analyse nutzt auf 392. Außerdem nahm er neue Spezies in die Untersuchung auf. Dadurch wurde die Lücke zwischen den Oviraptoren und den Vögeln mit ihren Verwandten geschlossen. Es gab nun also zwei Gruppen, die, die Vögel, Oviraptoren, Dromaeosauride etc. beinhaltete und die, zu der Tyrannosaurus rex gehörte. Der Abstand zwischen diesen Gruppen war aber so gering, dass sie auch unter baraminologischen Kriterien als verwandt anzusehen waren.
Weitere Analysen der morphologischen Merkmale im selben Artikel zeigten außerdem, dass die Coelurosaurier sich in die übrigen Theropoden einfügten und diese sich wiederum in eine große Gruppe, die neben den Großteil der bekannten Dinosaurier auch alle bekannten basalen Dinosaurier umfasst.

Phil Senter konnte also zeigen, dass selbst, wenn man der inneren Logik der Kreationisten folgt, Vögel Dinosaurier sind und kein unabhängig erschaffener Grundtyp.
Außerdem konnte er so eindrucksvoll demonstrieren, wie neu gefundene Fossilien unser Verständnis von stammesgeschichtlichen Beziehungen nach und nach vertiefen.

Quellen

SENTER, P. (2010). Using creation science to demonstrate evolution: application of a creationist method for visualizing gaps in the fossil record to a phylogenetic study of coelurosaurian dinosaurs, Journal of Evolutionary Biology, 23 (8) 1743. DOI: 10.1111/j.1420-9101.2010.02039.x

SENTER, P. (2011). Using creation science to demonstrate evolution 2: morphological continuity within Dinosauria, Journal of Evolutionary Biology, 24 (10) 2216. DOI: 10.1111/j.1420-9101.2011.02349.x

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Glaubt Richard Dawkins an Intelligent Design?

In Diskussionen mit Kreationisten habe ich von Zeit zu Zeit hören, bzw. lesen, können, dass der “Guru aller Atheisten und Schöpfungsleugner” Richard Dawkins in einem Interview zugegeben hätte Intelligent Design für möglich zu halten, oder sogar zu glauben. Dazu wird dann dieses Video gepostet.
Die Botschaft dabei soll dann natürlich sein, dass Dawkins zwar nicht leugnen kann, dass ID stimmt, sich aber nicht traut Gott als den Designer zu akzeptieren und deshalb kleine grüne Männchen als Designer postuliert.

Selbst, wenn das so stimmen würde, wäre das natürlich kein Argument gegen die Evolution und die Evolutionstheorie. Wissenschaft basiert ja nicht auf der persönlichen Ansicht einiger, weniger Autoritäten, sondern auf aussagekräftigen Daten aus reproduzierbaren Experimenten.

Was aber viel interessanter ist, ist, dass diese Szene aus dem sehr tendenziösen Film “Expelled: No intelligence allowed” nur ein Teil eines deutlich längeren Interviews mit Dawkins ist, welches die Macher des Films unter fragwürdigen Bedingungen mit ihm geführt hatten.
Dawkins selber schreibt hier dazu:

Toward the end of his interview with me, Stein asked whether I could think of any circumstances whatsoever under which intelligent design might have occurred. It’s the kind of challenge I relish, and I set myself the task of imagining the most plausible scenario I could. I wanted to give ID its best shot, however poor that best shot might be.

Dawkins wurde also gegen Ende des Interviews gefragt, unter welchen Umständen Intelligent Design stattgefunden haben könnte. Da er diese Art von intellektueller Herausforderung mag, hat er sich dann das für ihn plausibelste Szenario ausgedacht und erklärt. Das heißt aber natürlich nicht, dass er dieses Szenario einer gerichteten Panspermie für wahrscheinlicher, als die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten ohne einen Schöpfer hält. In der Tat unterstreicht er sogar die Unwahrscheinlichkeit dieses Szenarios.

In dem Interview selber ist noch zu hören, dass man dann auch eine Art Fingerabdruck oder Unterschrift dieses Designers finden können sollte (bei etwa 1:20). Das dieses nicht der Fall ist, spricht schon für sich. Die Macher des Filmes drehen das jedoch so, als ob Dawkins ID für eine seriöse Hypothese halten würde. Dieses geschieht durch die sehr suggestive Frage direkt im Anschluss an Dawkins Szenario:

Wait a second, Richard Dawkins thought Intelligent Design might be a legitimate pursuit?

Außerdem stellt Dawkins klar, dass dieser außerirdische Schöpfer dann jedoch selber über einen evolutiven Mechanismus entstanden sein müsse. Also, dass das Problem nur verlagert würde und letztendlich eine Form von biologischer Evolution den Stein ins Rollen gebracht haben haben müsse (den Kalauer konnte ich mir leider nicht verkneifen).

Es ist also höchst bezeichnend, dass von einem längeren Interview nur noch diese kleine Szene übrig blieb, die dann noch mittels suggestiver Fragen aus dem Off in ihrer Aussage verfremdet wurden. Dieses scheint die filmische Variante des Quote-mining zu sein.

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Von Ameisen und Kreationisten

Wie Kreationisten Fachartikel für ihre Zwecke umdeuten

Vor kurzem habe ich auf einer Kreationistenseite, an der laut eigenen Angaben anscheinend die Studiengemeinschaft Wort und Wissen beteiligt ist, eine “Nachrichtenmeldung” gelesen. Dort wird vollmundig behauptet, dass ein damals, also im Februar diesen Jahres, neuer Artikel im Fachjournal Science, das kreationistische Grundtypenmodell stützen würde.


Was ist das kreationistische Grundtypenmodell?


Das kreationistische Grundtypenmodell ist ein Modell, welches den Baum des Lebens des Common Origins, durch eine Art Strauchsavanne zu ersetzen versucht (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Baum des Lebens und die Strauchsavanne. Schematische Darstellung des Common Origins und des Grundtypenmodells A) Der Common Origin führt alles irdische Leben auf den gleichen Ursprung zurück. B) Im Grundtypenmodell werden zwar leichte Variationen des Bauplans erlaubt, jedoch wird diese Flexibilität, auf scheinbar willkürliche Weise, auf nicht näher definierte Grenzen eingeschränkt.



Grund dafür ist der Versuch, eine wortwörtliche Auslegung der Bibel, genauer gesagt von 1 Mose 1,20f, und die beobachtbare Evolution zu vereinen. Dabei werden alle Lebewesen in verschiedene Grundtypen eingeteilt.So gibt es z.B. einen Hundegrundtyp, zu dem unter anderem Wölfe, Schakale und Füchse gehören, und einen Katzengrundtyp, zu dem alle Katzen gehören.
Prinzipiell wird ein Grundtyp als Komplex von Arten definiert, die sich direkt oder über Schritte, untereinander Kreuzen lassen. Praktisch scheint jedoch wenig Einigkeit darüber zu herrschen, welche Spezies nun einen Grundtypen (oder ein Baramin) bilden. Dies liegt sicherlich zum einem daran, dass es in der Praxis recht schwer ist, solche Kreuzungsgemeinschaften bei Lebewesen, die über den Globus verstreut sind, nachzuvollziehen. Zum anderen immunisiert ein solches loses Konzept das Modell auch gegen Kritik.

Während nun eine Evolution innerhalb dieser locker definierten Baramin als Mikroevolution erlaubt wird, wird verneint, dass sich diese Grundtypen selber auf gemeinsame Vorfahren zurückführen lassen. Also Beispielsweise, dass sich sowohl die Hunde, als auch die Katzen aus einen gemeinsamen Vorfahren unter den frühen Raubtieren heraus entwickelt haben.
Stattdessen wird behauptet, dass Gott, bzw. ein Intelligenter Designer, die Grundtypen direkt geschaffen hat und diese sich dann, oft behauptet im Folge einer globalen Flut, in die einzelnen Spezies des Grundtyps aufgespalten haben.

Dieses wird entweder durch den Verlust genetischer Information erklärt, welche die anfängliche Population aufspaltet, oder durch das “versteckte” Vorhandensein genetischer Information, die bei Bedarf aktiviert werden können. Durch letzteres werden die Grundtypen dann als polyvalente Grundtypen bezeichnet. In dem gelinkten Nachrichtenartikel auf genesis.net, als dessen Autor Reinhard Junker genannt wird, wird nun genau dieses Konzept der polyvalenten Grundtypen angesprochen.

Was genau behauptet wird

Es geht darum, dass in den meisten Arten der, mit etwa 1.100 bekannten Spezies sehr artenreichen, Ameisengattung Pheidole zwei Arbeiterkasten ausgebildet werden. Also Arbeiter, die für die meisten Arbeiten innerhalb des Staates verantwortlich sind und Soldaten, die diesen Verteidigen und Nahrung verarbeiten. Jedoch wird in einigen wenigen Arten eine dritte Kaste von Supersoldaten ausgebildet. Diese Supersoldaten sind deutlich größer als die andere Soldatenkaste und haben die Aufgabe bei einem Angriff des Ameisennestes durch Wanderameisen die Nesteingänge zu blockieren und so das Nest zu schützen (Foto von Arbeitern, Soldaten und Supersoldaten von P. obtusospinosa). Diese acht Arten sind alle im Südwesten Nordamerikas beheimatet. Unter ihnen sind sowohl für Pheidole basale Arten, wie P. rhea, also welche, deren Linie sich schon früh von der Linie, die zu den anderen Arten führt getrennt hat, als auch abgeleitete Arten, wie P. obtusospinosa.

Rajakumar et al stießen nun auf Long Island, NY auf eine Kolonie der im Osten der U.S.A. vorkommenden Spezies P. morrisi, die ebenfalls einige Soldaten beherbergte, die im Phänotyp den Supersoldaten der acht bekannten Arten ähneln, die Supersoldaten ausbilden. Des weiteren wurde gezeigt, dass dieser Supersoldatenphänotyp durch die zusätzliche Expression eines Hormon ausgelöst wird, welches auch eine Rolle in der Entwicklung der kleineren Soldatenkaste spielt und das die Gabe eines Analogons den Supersoldatenphänotyp in P. morrisi induzieren kann. Auch kann das Hormonanalogon diesen Phänotyp noch in einigen anderen Spezies, wie P. spadonia und P. hyatti, die ebenfalls diesen Phänotyp in der Regel nicht ausbilden, induziert werden (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Supersoldatenphänotyp kann sowohl natürlich vorkommen, als auch künstlich induziert werden. Dabei war dieser Phänotyp schon in der Ursprungspopulation vorhanden. In abgeleiteten Arten ging dann die Expression dessen zunächst verloren und wurde in einigen Spezies wieder neu erlangt (Rajakumar et al 2012).

Daraus folgerten Rajakumar et al, dass die Ausbildung der Supersoldatenkasten ein ursprüngliches Merkmal der Gattung Pheidole ist. Da die Ausbildung so großer Individuen jedoch sehr energieaufwendig ist, wurde bei den abgeleiteten Arten die Expression des, jedoch nicht die benötigten genetische Information für, diesen Phänotyp verloren, als keine Notwendigkeit für diese Kaste bestand. Später erwarben dann einige abgeleiteten Arten, als sie wieder in Kontakt mit Wanderameisen kamen, die Expression des Phänotyps wieder.

Junker behauptet nun in seinem Nachrichtenartikel auf genesis.net, dass dieses ein Beleg für das Konzept der polyvalenten Grundtypen wäre.

Wieso der Artikel für mich nicht das Konzept der polyvalenten Grundtypen stützt

Zunächst einmal sollte nach meiner vorherigen Zusammenfassung des Artikels klar sein, dass die Beobachtungen von Rajakumar et al sich auch wunderbar herkömmlich über die Evolutionstheorie und den Common Origin erklären lassen. Es ist halt ein Merkmal (im weitesten Sinne), dass irgendwann erworben wurde und dessen Expression, je nach selektiven Druck verloren und dann wiedererlangt wurde.

Interessant ist es auch, sich anzusehen, wie dieser Wiedererwerb stattfand. Bei P. obtusospinosa wurde dazu erneut eine zweite Expressionsphase des verantwortlichen Hormons entwickelt. Von einem einfachen An- und Ausschalten wie Junker es andeutet, kann man hier meine Meinung nach kaum reden. Interessant wäre nun heraus zu finden, welche Mutationen nun genau für den Verlust und den Wiedererwerb dieser zweiten Expressionsphase verantwortlich waren.

Ein großes Problem für die Bedeutung des Science-Artikels für das Grundtypenmodell sehe ich darin, dass sowohl Wanderameisen als auch die Gattung Pheidole in den Tropen und Subtropen weltweit weit verbreitet sind. Bei den etwa 1.100 Arten von Pheidole sollten wir, wenn der Supersoldaten Phänotyp wirklich “Bedarf aktiviert und abgerufen werden [kann]“, um die Kolonie gegen Wanderameisen zu verteidigen, wie Junker andeutet, deutlich mehr Pheidole Spezies kennen, die diesen Phänotyp zeigen, als die acht, die wir tatsächlich kennen.
Junker ignoriert dieses Problem, Rajakumar et al jedoch nicht. Diese erklären das damit, dass in den abgeleiteten Arten oft der selektive Druck hin zur Expression des Phänotyps gefehlt hätte, da diese andere Verteidigungsmaßnahmen, wie ein Nestevakuierungsverhalten, gegen Wanderameisen entwickelt hätten. Die Neuexpression eines alten, energieaufwendigen Merkmals war also nicht mehr vorteilhaft für diese Arten, da sie das Problem über neugewonnene Merkmale lösten.
Dieses scheint mir nicht für das Grundtypenmodell zu sprechen.

Viel wichtiger finde ich noch, dass in einer Vielzahl von Fachartikel, sowohl über molekularbiologische Methoden, als auch morphologischen Untersuchungen, gezeigt werden konnte, dass die Hexapoda, zu denen die Insekten als Unterklade gehören, ein Monophylum bilden (mehr dazu hoffentlich in einem späteren Artikel).
Dieses ist mit dem Grundtypenmodell, egal ob polyvalent oder nicht, nur sehr schwer, bis gar nicht, vereinbar. Jedoch stützt das wunderbar das Modell des Common Origin.

Fazit

Man muss der Nachrichtenmeldung Junkers anrechnen, dass dort keine offenen Unwahrheiten behauptet werden, wie man sie sonst oft in kreationistischen Veröffentlichungen findet. Jedoch muss man kritisieren, dass dort unbequeme Informationen und Probleme ausgelassen werden und Junker doch recht subtil leitet.
Es ist zwar richtig, dass man den Science-Artikel, wenn man ihn streng für sich alleine nimmt, mit den polyvalenten Grundtypenmodell vereinbaren kann. Ausgelassen wird aber, dass man die Erkenntnisse von Rajakumar et al in dem Kontext anderer Arbeiten zur Kladistik der Insekten sehen muss. Diese zeichnen aber ein eindeutiges Bild, welches sich nicht mit dem kreationistischen Grundtypenmodell vereinbaren lässt. Junker verschweigt das leider.
Auch wird in der Meldung Junkers nirgendwo explizit erwähnt, dass sich der Science-Artikel nicht mit der Evolutionstheorie vereinbaren lässt, mir als Leser kam es jedoch andauernd so vor, als wollte man dieses implizieren.
Diese subtilere Art der Manipulation halte ich für deutlich problematischer, als offene Lügen, wie man sie oft in amerikanischen Publikationen, oder bei Harun Yahya liest.

Quelle:

Rajakumar, R., San Mauro, D., Dijkstra, M.B., Huang, M.H., Wheeler, D.E., Hiou-Tim, F., Khila, A., Cournoyea, M. & Abouheif, E. (2012). Ancestral Developmental Potential Facilitates Parallel Evolution in Ants, Science, 335 (6064) 82. DOI: 10.1126/science.1211451

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Zitat zu Karfreitag

Nachdem ich, dank unerwartet langer Umbauten in meiner Wohnung, meinen Desktop-Rechner nicht nutzen konnte, ist hier nun ein Zitat, welches viele bestimmt schon kennen werden. Ich musste letztens aber daran denken, also:

Debating creationists on the topic of evolution is rather like trying to play chess with a pigeon; it knocks the pieces over, craps on the board, and flies back to its flock to claim victory.

Scott D. Weitzenhoffer

Übersetzung:

Mit Kreationisten über das Thema Evolution zu diskutieren, ist wie mit einer Taube Schach zu spielen; sie wirft die Figuren um, macht auf das Brett und fliegt dann zurück zu ihrem Schwarm um den Sieg zu beanspruchen.

Scott D. Weitzenhoffer

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Wissenschaftler lehnen Darwin ab?

Man hört von Kreationisten ja des öfteren, dass immer mehr Wissenschaftler Darwin ablehnen. Als Beweis wird dann oft eine Liste des Discovery Institutes gegeben.

In dem folgenden, schon  etwas älteren Video hat jemand mal diese Liste genauer unter die Lupe genommen:

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Sumerer fühlten sich durch die Erschaffung des Universums gestört

Hier ist ein Artikel auf dem Satiremagazin “The Onion” in dem behandelt wird, wie die Sumerer durch Gottes Schöpfungsakt gestört wurden.

Sehr amüsant :)

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Zwei Arten von Kreationisten?

Die Tage habe ich in einer Diskussion, leider kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, wo diese war, es könnte aber gut im nie-endenden-thread auf Pharyngula gewesen sein, die Idee  gelesen, dass es eigentlich zwei grundlegend verschiedene Arten von Kreationisten gibt.

Damit sind nicht die verschiedenen Spielarten des Kreationismus, wie z.B. Alte-Erde, Junge-Erde und Intelligent Design, gemeint, sondern folgende beiden Unterscheidungen:

Kreationisten der 1. Art:

Das ist der Hauptteil der Kreatinisten. Sie besitze glauben oft aufrichtig an das was sie in diversen kreationistischen Publikationen lesen oder was sie von kreationistischen Autoritäten hören.

Kreationisten der 2. Art

Sind eben jene Autoritäten.  Ihnen ist klar, dass das was sie verbreiten unwahr ist, machen es aber aus politischen, finanziellen oder anderen persönlichen Gewinn.

 

Wir haben hier also die vielleicht einzigartige Situation, in der Betrogene und Betrüger in einen Topf geworfen und mit dem gleichen Begriff bezeichnet werden.

Natürlich führt diese Begriffsverwirrung zu Problemen. So fühlen sich die Kreationisten der 1.Art zurecht beleidigt, wenn man Kreationisten bezichtigt absichtlich die Unwahrheit zu verbreite, auch wenn das für die 2.Art ja zutrifft. Diese können diese Wut dann wieder nutzen um die 1.Art fester an sich zu binden.

 

Vielleicht wäre es deshalb sinnvoll, für beide Arten von Kreatisten verschiedene Begriffe zu verwenden?

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Lehrt die Kontroverse!

Zur Abwechslung mal wieder etwas zum Schmunzeln (von den großartigen Atheist Cartoons):

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Von Gold- und von Zitatminen

Als ich heute zum Spaß etwas in einem Kreationistenforum herum stöberte, fiel mir ein sehr interessanter Beitrag dort auf. Interessant aus zwei Gründen:

Erstens ist der erwähnte Beitrag eine Goldgrube für fehlerhafte oder bereits widerlegte kreationistische Argumente gegen Evolution/stheorie. Direkt der erste Einwand lautet so zB.:

1. Evolution has never been observed

Evolution has never been observed and leading evolutionists have even admitted evolution cannot be witnessed in the lifetime of an observer. The lack of a case for evolution is therefore most clearly recognized by the fact that no one has ever seen it happen.

Richard Dawkins: ‘‘Evolution… hasn’t been observed while it’s happening.’’

G. Ledyard Stebbins: ‘‘… the major steps of evolution have never been observed.’’

Jedoch konnte man Evolution schon beobachten (hier ein Beispiel). Auf dieses und die darauf folgenden Argumente werde ich in gesonderten Artikel noch genauer eingehen.

Für Zweitens sollte man die beiden Zitate, die das Argument abschließen beachten. Es ist interessant, dass jedes der zwanzig Argumente mit zwei Zitaten abschließt, die das Argument bekräftigen sollen. Was noch viel interessanter ist, ist, dass viele dieser Zitate von bekannten Befürwortern der Evolution und sogar Evolutionsbiologen, wie Darwin, Dawkins und Gould, kommen sollen. Am interessantesten ist es aber, dass diese Zitate dann allesamt gekürzt zu sein scheinen. Das schon aufgeführte Dawkinszitat ist z.B. genau in der Mitte gekürzt. Schaut man sich das Zitat im Ursprung an, so sieht man, dass Dawkins folgendes sagte:

“evolution has been observed. It’s just that it hasn’t been observed while it’s happening.

Außerdem fügt er noch hinzu:

The consequences of. It is rather like a detective coming on a murder after the scene. And you… the detective hasn’t actually seen the murder take place, of course. But what you do see is a massive clue. Now, any detective…

Vollständig hier

Er erklärt also anhand eines Gleichnisses, wie man wissenschaftlich Informationen gewinnt. Hier wird aus der Aussage, dass Evolution beobachtet wurde, die diametral entgegengesetzte Aussage, dass Evolution noch nie beobachtet wurde.

Diese Art des Sinn-entstellenden, außerhalb des Kontextes zitieren ist eine von Kreationisten gerne benutzte Taktik. Sie ist so häufig verbreitet, dass sie einen eigenen Namen bekommen hat: Quote mining (in etwa: Zitatabbau, angelehnt an z.B. Kohleabbau).

Ein weiteres Zitat aus dem Diskussionsbeitrag kommt von Darwin selber und lautet:

If species have descended from other species by fine gradations, do we not everywhere see innumerable transitional forms? …Why do we not find them imbedded in countless numbers in the crust of the earth?

Es soll hier also der Anschein erweckt werden, dass Darwin selber nicht von seiner Theorie überzeugt gewesen wäre (was für den Wahrheitsgehalt der Theorie jedoch vollkommen unerheblich wäre, sogar wenn dieses zu träfe).
Schaut man sich nun aber das vollständige Zitat an, so muss man erkennen, dass dieses nur eine rhetorische Frage war, mit der Darwin einen Argumentationsstrang eröffnet. Eine Vorgehensweise, die Darwin häufig nutzte.

But, as by this theory innumerable transitional forms must have existed, why do we not find them embedded in countless numbers in the crust of the earth?It will be more convenient to discuss this question in the chapter on the Imperfection of the Geological Record; and I will here only state that I believe the answer mainly lies in the record being incomparably less perfect than is generally supposed. The crust of the earth is a vast museum; but the natural collections have been imperfectly made, and only at long intervals of time.

Kapitel 6, 6.Ausgabe von “Origin of Species”

Was können wir nun daraus lernen? Nun ja, zuallererst sollte man bei angeblichen Zitaten deren genaue Quelle aber nicht genannt wird immer vorsichtig sein. Auch seltsame Auslassungen in einem Zitat sollte Misstrauen wecken, ebenso wie, wenn das Zitat völlig untypisch für die Person ist. Also, immer lieber selber das Zitat im Ursprung ansehen.

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Schöpfungswissenschaft muss ernst genommen werden!

Eine Parodie über Creation Science von Edward Current:

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